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17.06.2021

Scène de sexe sans filtre : Kate Winslet ne veut pas être retouchée
Sexszene ohne Filter: Kate Winslet will nicht retuschiert werden

Scène de sexe sans filtre : Kate Winslet ne veut pas être retouchée

De nombreuses stars hollywoodiennes insistent pour être montrées sous leur meilleur jour à l'écran. Pas Kate Winslet : elle plaide pour des corps féminins réalistes.

Viele Hollywood-Stars bestehen darauf, auf der Leinwand ins beste Licht gerückt zu werden. Nicht so Kate Winslet: Sie plädiert für realistische Frauenkörper.


In der hochgelobten Miniserie „Mare of Easttown“ (in Deutschland über Sky abrufbar) spielt Kate Winslet, 45, die Polizistin Mare Sheehan, die in der US-amerikanischen Kleinstadt Easttown einen lokalen Mordfall übernimmt. Durch das Schweigen der Bewohner vor Ort und den allmählichen Zusammenbruch ihres Privatlebens muss sie einige Hürden überwinden. Hürden gab es auch bei den Dreharbeiten, wie die britische Schauspielerin jetzt in der New York Times ausführte.

Als Regisseur Craig Zobel ihr versicherte, er würde später aus einer Sexszene mit Co-Star Guy Pearce eine Speckrolle an ihrem Bauch herausschneiden, erwiderte Winslet: „Wage es nicht!“ Sie schickte auch das Promo-Poster der Serie zweimal zurück, weil es zu stark retuschiert war. „Alle sagten: ‚Kate, das kannst du wirklich nicht machen‘, und ich sagte: ‚Leute, ich weiß, wie viele Fältchen ich rund um meine Augen habe, also packt sie bitte alle wieder zurück.‘“

Winslets Polizistin ist eine Frau mittleren Alters, ungeschminkt, verhärtet, müde. Daher bestand sie auch auf einer realistischen, unglamourösen Darstellung, wie sie der Zeitung sagte: „Ich denke, dass sich die Leute so mit dieser Figur verbunden haben, wie sie es taten, weil es eindeutig keine Filter gibt.“ Ihre Figur sei mit all ihren Fehlern eine voll funktionsfähige Frau – mit einem Körper und einem Gesicht, das ihrem Alter, ihrem Leben und ihrer Herkunft entspreche. Realistische Frauenkörper seien in Film und Fernsehen selten geworden, „und ich glaube, viele sehnen sich ein wenig danach.“

Winslet sagte, sie sei überwältigt davon, wie sich das Publikum in diese unordentliche, gebrochene, schwierige Frau verliebt habe. Die Britin, die einst mit „Titanic“ weltweit bekannt wurde und für ihre Darstellung der Hanna Schmitz in der Literaturverfilmung „Der Vorleser“ den Oscar als beste Hauptdarstellerin gewann, ist bekannt für ihre unerschütterliche Arbeitsmoral am Set. Sie bereitet ausgeklügelte Hintergrundgeschichten für ihre Charaktere vor und sagt, auf die Rolle der Mare Sheehan habe sie sich mehr vorbereitet als auf jede andere Rolle in ihrem Leben.

Erst kürzlich hatte Winslet dem Nachrichtenportal T-Online gesagt, sie wolle beim Thema Schönheit ein Vorbild für jüngere Frauen sein. „Ich finde, dass wir reiferen Frauen für die jüngeren verantwortlich sind“, so die Schauspielerin. Sie seien diejenigen, die sich die Filme und Magazine anschauen und zu denen aufblicken, die Karriere gemacht haben. „Mir ist es wichtig, dass ich für diese Generation echt und ehrlich bin, denn sie braucht starke Vorbilder.“

Gegen retuschierte Fotos sichert sich die Mutter zweier Söhne und einer Tochter mittlerweile ab: „Ich setze Verträge auf und lasse mir schriftlich versichern, dass bei mir keine Fotobearbeitung stattfindet“, so Winslet. Ihr Gesicht dürfe nicht verschmälert, ihr Körper nicht verändert und keine Falten, Flecken oder Dellen entfernt werden. Sie wolle junge Frauen wissen lassen, dass die meisten glamourösen Aufnahmen retuschiert seien. „Denn so perfekt sieht niemand aus – auch kein Hollywoodstar.“

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